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Stellungnahme zu den aktuellen Einschränkungen bei geförderten Deutschkursen

Geförderte Deutschkurse der Bundesrepublik Deutschland stellen einen zentralen Baustein für die sprachliche und kulturelle Integration in die deutsche Gesellschaft dar. Sie gehen mit dem differenzierten Kursangebot an Integrationskursen und Berufssprachkursen weit über den reinen Spracherwerb des Einzelnen hinaus. Sie stehen klar für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die wirtschaftliche Stabilität des Landes - in einer Zeit, die beides so stark benötigt. 

Der bereits beschlossene Bundeshaushalt für das laufende Jahr sieht die Finanzierung genau dieser Maßnahme im Umfang von über 1 Mrd. Euro vor und würde die Durchführung der geförderten Deutschkurse daher garantieren. 

Dennoch wurde das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) auf Weisung des Innenministeriums dazu angehalten, weite Personengruppen vom Zugang zu Integrationskursen auszuschließen. In der Tat werden seit November 2025 keine neuen Zulassungspapiere ausgestellt und so zahlreiche Menschen – darunter auch EU-Bürger:innen – rückwirkend vom Zugang zu Integrationskursen ausgeschlossen. Die Information darüber hingegen erreichte uns Kursträger und weitere Beteiligte erst verspätet und doch tragen nicht nur die betroffenen Lernenden die Folgen dieser weitreichenden Entscheidung, sondern auch Lehrkräfte, Bildungseinrichtungen, Arbeitgeber:innen und letztlich unsere gesamte Gesellschaft, die auf eine gelingende Integration angewiesen ist.

Trotz beschlossenem Budget und auf Entscheid des Innenministeriums soll also auf die Schnelle an zentralen Integrationsinstrumenten gespart werden - der Grundlage für eine schnelle und nachhaltige Arbeitsmarktintegration von Fachkräften und Hilfsarbeiterinnen in vielen wichtigen Schlüsselbereichen. 

Wir sagen: Sprachförderung ist kein verzichtbares Zusatzangebot, sondern eine Investition in die Zukunftsfähigkeit Deutschlands.

Statt die Durchführung von Integrationskursen zu kürzen, sollte der Blick auf die bestehenden Verwaltungsstrukturen gerichtet werden. Der organisatorische und bürokratische Aufwand bei Planung, Kontrolle, Abwicklung und Abrechnung der Kurse ist enorm – sowohl auf Seiten des BAMF als auch bei den Trägern. Doppelte Dokumentationspflichten in Papierform und digital, umfangreiche Datenerhebungen, zeitintensive manuelle Prüfverfahren und kleinteilige formale Beanstandungen binden erhebliche personelle und finanzielle Ressourcen. 

Eine konsequente Verschlankung der Bürokratie würde nicht nur zeitliche und personelle Ressourcen freisetzen, sondern auch spürbare finanzielle Mittel einsparen. Diese Mittel könnten unmittelbar der Sprachförderung zugutekommen – insbesondere den nun ausgeschlossenen Personengruppen.

Das Sprachinstitut Internationaler Bund e.V. München appelliert mit dieser Stellungnahme an Öffentlichkeit, Politik und zuständige Behörden, die Prioritäten Deutschlands klar zu setzen: Sprachförderung ist kein Kostenfaktor, sondern ein Gewinn für unsere Gesellschaft. Wer hier kürzt, spart an der Zukunft. 

IB Sprachinstitut München